Mittwoch, 18. März 2020

Nur der Doc zieht in den Gemeinderat ein

Die Kommunalwahl in Bayern
fand am 15. März statt.
Bei der Kommunalwahl in Bayern am vergangenen Sonntag haben sich drei Gallier zur Wahl gestellt – doch nur einer wurde ins Amt gewählt. Doc Scheiz, Diego und Michi berichten nachfolgend, wie sie ihr Wahlergebnis bewerten und wo sie den Wahlabend verbracht haben.

Doc holt zweitmeisten Stimmen in Reischach

In seine dritte Amtszeit als Gemeinderat in Reischach geht Doc Scheiz. Der Hausarzt, der für die Freien Wähler auf Listenplatz 1 angetreten war, erhielt satte 2.098 Stimmen – und damit die meisten nach Bürgermeister Stockner (2.123), der in Ermangelung eines Gegenkandidaten entsprechend klar (98 Prozent) wiedergewählt wurde.

Vom Rathauschef persönlich erhielt Doc noch am Wahlabend die Information über das vorläufige Endergebnis. Der Gallier war im Wahllokal, weil er als Wohlvorstand beim Auszählen mitwirkte. „Ich bin sehr zufrieden, erfreut und dankbar für das enorme Vertrauen“, sagt Scheiz zur Wiederwahl.

Der Mediziner, der heute (18. März) seinen 43. Geburtstag feiert, ist einer von fünf Freien Wählern im neuen Reischacher Parlament. Neun Sitze hat die zweite Fraktion: CSU und Unabhängige. „Insgesamt ist es ein sehr guter neuer Gemeinderat für die nächsten sechs Jahre“, urteilt Doc.


Erneut undankbarer 5. Platz für Diego

In Emmerting hat Diego es nicht in den Gemeinderat geschafft. Wie 2014 landete er bei den Freien Wählern auf dem 5. Platz – vier Parteikollegen wurden gewählt. „Aber ich habe besser abgeschnitten als das letzte Mal“, freut sich der Gallier über seine 466 Stimmen. Von Listenplatz 9 gestartet, machte er also vier Plätze gut.

Wie zu erwarten, war Diego auch am Wahlabend engagiert. Er war in der Gemeinde und half mit, die Stimmen aus der Briefwahl auszuzählen und schließlich als Schriftführer alles festzuhalten. „Dadurch, dass ich direkt vor Ort war, war ich ja immer bestens über die Ergebnisse informiert“, berichtet der 33-Jährige.

Insgesamt zieht er ein enttäuschendes Fazit: „Ich bin leider nicht reingekommen. Und unser großes Ziel, die Alleinherrschaft der CSU zu zerschlagen, wurde uns allen leider verwehrt. Sie haben sogar noch einen Platz hinzugewonnen.“ Neun Sitze gehen an die CSU, die somit die absolute Mehrheit auch im neuen Emmertinger Gemeinderat behält. Ebenfalls vertreten sind dort neben den vier Freien Wählern, zu denen nun auch DJK-Fußballabteilungsleiter Hubert Killinger zählt, die Grünen (zwei Sitze) und die SPD mit einem Mann.


Michi ärgert sich über SPD-Ergebnis

Zum ersten Mal stellte sich Michi einer Wahl, für die SPD ging er auf Listenplatz 14 ins Rennen um ein Amt im Altöttinger Stadtrat. Am Ende holte der Gallier 295 Stimmen, und schloss parteiintern auf dem 17. Rang der 24 Kandidaten ab. „Mein Ergebnis ist so lala. Als Newcomer - noch dazu weit hinten auf der SPD-Liste – hatte ich mir eh kaum Chancen ausgerechnet“, erzählt Michi. „Dass ich sogar noch etwas nach hinten gerutscht bin, ist ein bisschen schade, aber auch kein großes Problem.“

Mehr wurmt ihn, wie schwach die SPD in der Kreisstadt insgesamt abgeschnitten hat. So erhielt Bürgermeister-Kandidat Keßler lediglich 15 Prozent der abgegebenen Stimmen. „Für ihn hatte ich mir schon ein paar Prozentpunkte mehr ausgerechnet. Da ich bei ihm im Wahlkampfteam war, mache ich mir da natürlich auch persönlich Gedanken über das maue Resultat“, gesteht der Journalist.

Im neuen Stadtrat hat die SPD nur noch drei Sitze. „Am meisten tut mir leid, dass gleich zwei sehr engagierte und ebenso sympathische SPD-Stadträte nicht mehr gewählt wurden und dass die SPD insgesamt einen Sitz eingebüßt hat“, berichtet Michi, der am Wahlabend gemeinsam mit seinen Parteigenossen in einem Lokal die Ergebnisse online verfolgt hat. Und die zeigten, dass die stärkste Kraft in Altötting die CSU (zehn Sitze) bleibt. Es folgen die Freien Wähler (5), SPD, „Die Liste“ (je 3), AfD (2) und ÖDP (1).

In sechs Jahren will Michi erneut zur Wahl antreten: „Ich denke schon, dass ich wieder kandidieren werde.“ Und sein Ziel hat er schon vor Augen: „Beim nächsten Mal geht es für mich dann weiter nach vorne!“

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