Montag, 30. März 2020

Docs Kampf gegen das Coronavirus - Toss in Quarantäne

"Wirbleibenzuhause" - eine Aktion des Ministeriums für
Gesundheit. Wer als Corona-Verdachtsfall gilt, muss
für zwei Wochen in heimische Quarantäne.
Das neuartige Coronavirus sorgt täglich für immer mehr Infizierte in Deutschland. Auch steigt die Zahl der Menschen, die sich in heimischer Quarantäne befinden, weil sie als Verdachtsfälle gelten. Nun hat es auch einen Gallier erwischt.

Nach Schos und Jens sowie Maxi und Michi berichten diesmal Doc Scheiz und Toss, wie sich die Corona-Krise auf ihr berufliches und privates Leben auswirkt.


Doc Scheiz: Als Hausarzt an vorderster Front

Ärzte, Pflegekräfte und Klinikmitarbeiter sind die Helden der derzeitigen Coronavirus-Pandemie. Sie stellen sich der unbekannten, unsichtbaren Gefahr und selbstlos in den Dienst der Menschen. Das gilt auch für Doc Scheiz, der als Hausarzt durch das neue Coronavirus SARS-CoV-2 gerade intensive Zeiten erlebt. „Viel telefonieren, viel beraten und beruhigen ist aktuell angesagt“, erzählt der Gallier. Denn jeder Patient, der sich krank fühlt oder den Verdacht hegt, infiziert zu sein, sucht nach Hilfe und Antworten.

Die Lage in Deutschland wird sich noch zuspitzen, wenn die Erkrankungszahlen weiterhin täglich so stark steigen. „Wir stehen erst am Anfang der Epidemie“, mutmaßt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Diese Auffassung teilt Scheiz: „Wir rennen in einen Tsunami rein.“ Darauf sind das deutsche Gesundheitssystem und die Ärzteschaft nicht richtig vorbereitet, wie sich an einigen Stellen zeigt. Ein großes Problem ist, dass seit Wochen keine Schutzmaterialien für die Mediziner zur Verfügung stehen. „Wir haben schon länger keine Schutzkittel und keinen medizinischen Mundschutz mehr. Über Handwerker konnten wir wenigstens ein paar Atemschutzmasken organisieren“, erzählt er. Somit ist oft kein ausreichender Schutz für ihn als Arzt möglich.

Um die Patienten davor zu schützen, dass sie sich gegenseitig anstecken, haben Scheiz und seine Kollegen in der Praxis verschiedene Maßnahmen ergriffen. So haben sie vor dem Eingang ins Gebäude einen Pavillon errichtet, in dem die Menschen empfangen werden - damit es nicht zu einem vollen Wartezimmer mit hohem Ansteckungsrisiko kommt. Die Arzthelferinnen fragen die Patienten draußen nach dem Anliegen. Und jene, die nur ein Rezept oder eine Krankmeldung abholen wollen, erhalten die nötigen Unterlagen, ohne dass sie die Arztpraxis betreten müssen. Patienten, die eine Behandlung benötigen, erhalten natürlich Zutritt – wobei darauf geachtet wird, dass sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig in den Praxisräumen aufhalten.

Um das besser koordinieren zu können, werden nun alle Patienten aufgerufen, erst anzurufen, ehe sie in die Sprechstunde kommen. Dadurch wollen die Ärzte auch vermeiden, dass Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind oder die Lungenkrankheit COVID-19 entwickelt haben, plötzlich in der Praxis stehen. Hilfreich sind da natürlich die staatlichen Anweisungen an die Patienten: Jeder mit Corona-Verdacht soll sich telefonisch beim Hausarzt, beim kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 oder beim zuständigen Gesundheitsamt melden, und nicht einfach einen Arzt aufsuchen.

Bei den steigenden Infektionszahlen in Deutschland ist es wenig verwunderlich, dass es auch im Landkreis Altötting immer mehr Corona-Fälle gibt. Auch Doc Scheiz hat Erkrankte behandelt - zu einem Zeitpunkt, wo noch nicht klar war, dass sich diese mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Doch glücklicherweise wurde er nicht infiziert, so dass er weiterhin für seine Patienten da sein und den Kampf gegen SARS-CoV-2 fortführen kann. Gut so, denn Helden wie er werden in der derzeitigen Coronavirus-Pandemie dringend gebraucht.


Coronavirus-Verdacht bei Toss

Mit dem neuen Coronavirus hat sich womöglich Toss infiziert. Der Hesse befindet sich derzeit in behördlich angeordneter Corona-Quarantäne. Die Wohnung in Dreieich darf er zwei Wochen lang nicht verlassen.

„Mich hat das Gesundheitsamt angerufen und darüber informiert, dass bei einem Arbeitskollegen SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde. Dieser hat mich als eine der Personen genannt, mit der er engen Kontakt hatte“, berichtet der ehemalige Gauloises-Mannschaftsführer. „Ich hatte an einem Tag intensiv mit ihm zusammengearbeitet und bin deswegen jetzt in Schutz-Quarantäne.“

Täglich ruft das Gesundheitsamt nun an, um sich zu erkundigen, wie es ihm geht. Die Behörde hat Toss angewiesen, sich einem Corona-Test zu unterziehen. Dazu muss er eines der hessischen Testcenter aufsuchen, wie etwa das an der Frankfurter Uniklinik. Dort wartet man draußen in einer Schlange, bis man durch ein geöffnetes Fenster von einem Arzt in Schutzanzug einen Rachenabstrich gemacht bekommt. Der Test wird anschließend in ein Labor geschickt, das Ergebnis steht erst nach einigen Tagen fest. Und dieses könnte positiv ausfallen, denn Toss weist Symptome eines Infekts auf.

„Ich hatte kurz Fieber und etwas Schüttelfrost, aber habe keinen Husten und keine Halsschmerzen - also nicht die klassischen Symptome, die die meisten COVID-19-Erkrankten aufweisen“, schildert der Gallier. Dafür habe er ein starkes Krankheitsgefühl und mit brutalen Kopf- und Gliederschmerzen sowie mit Durchfall zu kämpfen. Laut Gesundheitsamt könnten auch das Anzeichen einer Coronavirus-Infektion sein.

Sollte sich Toss angesteckt haben, muss er dann angeben, mit wem er zuletzt intensiven Kontakt hatte. Doch das waren nicht viele Menschen, denn der Online-Redakteur wechselte schon vor zwei Wochen ins Homeoffice und ging seither selten aus dem Haus.

Coronavirus und die Gallier: Weitere Artikel findet Ihr hier!

Keine Kommentare:

Kommentar posten