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"Wirbleibenzuhause" - eine Aktion des Ministeriums für
Gesundheit. Wer als Corona-Verdachtsfall gilt, muss
für zwei Wochen in heimische Quarantäne. |
Das neuartige
Coronavirus sorgt täglich für immer mehr
Infizierte in Deutschland. Auch steigt die Zahl der Menschen, die sich in
heimischer Quarantäne befinden, weil sie als Verdachtsfälle gelten. Nun hat es auch einen Gallier erwischt.
Nach
Schos und Jens sowie
Maxi und Michi berichten diesmal
Doc Scheiz und Toss, wie sich die
Corona-Krise auf ihr berufliches und privates
Leben auswirkt.
Doc Scheiz: Als Hausarzt an vorderster Front
Ärzte, Pflegekräfte und Klinikmitarbeiter sind die
Helden der derzeitigen
Coronavirus-Pandemie. Sie stellen sich der unbekannten, unsichtbaren Gefahr und selbstlos in den Dienst der Menschen. Das gilt auch für
Doc Scheiz, der als
Hausarzt durch das neue Coronavirus SARS-CoV-2 gerade intensive Zeiten erlebt. „Viel telefonieren, viel beraten und beruhigen ist aktuell angesagt“, erzählt der Gallier. Denn jeder Patient, der sich krank fühlt oder den Verdacht hegt, infiziert zu sein, sucht nach
Hilfe und Antworten.
Die Lage in Deutschland wird sich noch zuspitzen, wenn die Erkrankungszahlen weiterhin täglich so stark steigen. „Wir stehen erst am
Anfang der Epidemie“, mutmaßt Bundesgesundheitsminister
Jens Spahn. Diese Auffassung teilt
Scheiz: „Wir rennen in einen
Tsunami rein.“ Darauf sind das deutsche
Gesundheitssystem und die
Ärzteschaft nicht richtig vorbereitet, wie sich an einigen Stellen zeigt. Ein großes Problem ist, dass seit Wochen
keine Schutzmaterialien für die Mediziner zur Verfügung stehen. „Wir haben schon länger keine Schutzkittel und keinen medizinischen Mundschutz mehr.
Über Handwerker konnten wir wenigstens ein paar Atemschutzmasken organisieren“, erzählt er. Somit ist
oft kein ausreichender Schutz für ihn als Arzt möglich.
Um die
Patienten davor zu
schützen, dass sie sich gegenseitig anstecken, haben
Scheiz und seine Kollegen in der Praxis verschiedene Maßnahmen ergriffen. So haben sie
vor dem Eingang ins Gebäude einen
Pavillon errichtet, in dem die Menschen empfangen werden - damit es nicht zu einem vollen Wartezimmer mit hohem Ansteckungsrisiko kommt. Die Arzthelferinnen fragen die Patienten draußen nach dem Anliegen. Und jene, die nur ein Rezept oder eine Krankmeldung abholen wollen, erhalten die nötigen Unterlagen, ohne dass sie die Arztpraxis betreten müssen. Patienten, die eine Behandlung benötigen, erhalten natürlich Zutritt – wobei darauf geachtet wird, dass sich
nicht zu viele Menschen gleichzeitig in den Praxisräumen aufhalten.
Um das besser koordinieren zu können, werden nun alle Patienten aufgerufen,
erst anzurufen, ehe sie in die Sprechstunde kommen. Dadurch wollen die Ärzte auch vermeiden, dass Menschen, die mit dem
Coronavirus infiziert sind oder die
Lungenkrankheit COVID-19 entwickelt haben, plötzlich in der Praxis stehen. Hilfreich sind da natürlich die staatlichen Anweisungen an die Patienten: Jeder mit
Corona-Verdacht soll sich
telefonisch beim Hausarzt, beim kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 oder beim zuständigen Gesundheitsamt
melden, und nicht einfach einen Arzt aufsuchen.
Bei den steigenden Infektionszahlen in Deutschland ist es wenig verwunderlich, dass es auch im
Landkreis Altötting immer mehr Corona-Fälle gibt. Auch
Doc Scheiz hat Erkrankte behandelt - zu einem Zeitpunkt, wo noch nicht klar war, dass sich diese mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Doch glücklicherweise wurde er
nicht infiziert, so dass er weiterhin für seine Patienten da sein und den Kampf gegen SARS-CoV-2 fortführen kann. Gut so, denn
Helden wie er werden in der derzeitigen Coronavirus-Pandemie
dringend gebraucht.
Coronavirus-Verdacht bei Toss
Mit dem neuen
Coronavirus hat sich womöglich
Toss infiziert. Der Hesse befindet sich derzeit in
behördlich angeordneter Corona-Quarantäne. Die Wohnung in Dreieich darf er
zwei Wochen lang nicht verlassen.
„Mich hat das
Gesundheitsamt angerufen und darüber informiert, dass bei einem
Arbeitskollegen SARS-CoV-2
nachgewiesen wurde. Dieser hat mich als eine der Personen genannt, mit der er
engen Kontakt hatte“, berichtet der ehemalige Gauloises-Mannschaftsführer. „Ich hatte an einem Tag intensiv mit ihm zusammengearbeitet und bin deswegen jetzt in Schutz-Quarantäne.“
Täglich ruft das Gesundheitsamt nun an, um sich zu erkundigen, wie es ihm geht. Die Behörde hat
Toss angewiesen, sich einem
Corona-Test zu unterziehen. Dazu muss er
eines der hessischen
Testcenter aufsuchen, wie etwa das an der Frankfurter Uniklinik. Dort wartet man draußen in einer Schlange, bis man
durch ein geöffnetes Fenster von einem Arzt in Schutzanzug einen
Rachenabstrich gemacht bekommt. Der Test wird anschließend in ein Labor geschickt, das
Ergebnis steht erst
nach einigen Tagen fest. Und dieses könnte positiv ausfallen, denn
Toss weist
Symptome eines Infekts auf.
„Ich hatte kurz Fieber und etwas Schüttelfrost, aber habe keinen Husten und keine Halsschmerzen - also
nicht die klassischen Symptome, die die meisten COVID-19-Erkrankten aufweisen“, schildert der Gallier. Dafür habe er ein starkes
Krankheitsgefühl und mit brutalen
Kopf- und Gliederschmerzen sowie mit
Durchfall zu kämpfen. Laut Gesundheitsamt könnten auch das
Anzeichen einer Coronavirus-Infektion sein.
Sollte sich
Toss angesteckt haben, muss er dann angeben, mit wem er zuletzt intensiven Kontakt hatte. Doch das waren nicht viele Menschen, denn der Online-Redakteur wechselte schon vor zwei Wochen ins
Homeoffice und ging seither selten aus dem Haus.
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